Welcher Internetanschluss bei dir ankommt
Es gibt fünf Wege, auf denen das Internet in eine Wohnung kommt, und an den meisten Adressen stehen zwei davon zur Wahl. Welche das sind, entscheidet nicht der Anbieter, sondern was vor dem Haus liegt. Deshalb lohnt es, die Frage in dieser Reihenfolge zu stellen: erst die Leitung, dann der Preis.
DSL – die Telefonleitung aus Kupfer
Der verbreitetste Anschluss und der einzige, den es fast überall gibt: Er nutzt die Doppelader, die ohnehin für das Telefon verlegt wurde. Sein Tempo hängt an einer Größe, die niemand beeinflussen kann, der Länge des Kupfers zwischen deinem Haus und dem nächsten Verteiler. Über kurze Strecken sind 250 MBit/s möglich, über lange bleiben 16 übrig, und zwischen zwei Häusern derselben Straße kann der Unterschied erheblich sein.
Wo von Vectoring oder Super-Vectoring die Rede ist, wurde die Glasfaser bis zum grauen Kasten an der Straße gezogen und nur das letzte Stück blieb Kupfer. Das ist der Grund, warum DSL vielerorts schneller wurde, ohne dass in der Wohnung etwas passiert ist.
Kabel – das Koaxialkabel des Fernsehnetzes
Ursprünglich für Fernsehen gebaut, heute der schnellste Anschluss, den viele Adressen haben: bis zu einem Gigabit im Download. Der Preis dafür steht im Upload, der bei einem Bruchteil davon liegt, und in einer Eigenheit, die man erst abends merkt: die Leitung gehört dir nicht allein.
Glasfaser – Licht bis ins Haus
Der einzige Anschluss ohne physikalische Obergrenze in Sichtweite. Was ankommt, begrenzt die Technik an den Enden, nicht die Faser. Entscheidend ist, wie weit sie reicht: Endet sie im Keller (FTTB), teilt sich das Haus das letzte Stück; endet sie in der Wohnung (FTTH), gilt die volle Bandbreite dir. Der Upload liegt hier in derselben Größenordnung wie der Download. Das schafft keine der anderen Techniken.
Mobilfunk – LTE und 5G statt Leitung
Kein Graben, kein Termin, kein Kupfer: Ein Router am Fenster, eine SIM-Karte, fertig. Wo die Leitung nichts hergibt, ist Funk regelmäßig der schnellere Anschluss, und er hat eigene Grenzen, die nichts mit der Entfernung zum Verteiler zu tun haben, sondern mit der Zahl der Leute, die an derselben Funkzelle hängen. Was Funk zu Hause taugt.
Satellit – wenn gar nichts kommt
Der Anschluss für die Adressen, an denen die anderen vier ausfallen. Er geht dort, wo sonst nichts geht, und verlangt dafür nur eine Antenne mit freier Sicht nach oben. Was er kostet und warum die Umlaufbahn wichtiger ist als die Bandbreite, steht auf der Seite dazu.
Was an deiner Adresse liegt
Diese Seite kann die Frage allgemein beantworten, aber nicht für dich. Dafür gibt es für jede Gemeinde eine eigene Seite: Sie zeigt, welche der Techniken dort nach dem Breitbandatlas gebaut ist, wie weit sie trägt und welche Anbieter darauf schalten.