Internet über das Fernsehkabel
Wo ein Kabelanschluss liegt, ist er meist der schnellste Anschluss, den die Adresse zu bieten hat, und der mit den eigenwilligsten Grenzen. Beide folgen aus demselben Umstand: Das Netz wurde für Fernsehen gebaut, nicht für Gegenverkehr.
Warum der Download so hoch ist
Ein Koaxialkabel überträgt sehr viel mehr Frequenzbereich als eine Kupferdoppelader, und anders als bei DSL fällt die Leistung über die Entfernung kaum ab. Ein Haushalt zwei Kilometer vom Verstärker entfernt bekommt praktisch dasselbe wie einer daneben. Übliche Tarife reichen bis 1.000 MBit/s, in ausgebauten Netzen darüber hinaus.
Warum der Upload klein bleibt
Für den Rückweg war im ursprünglichen Netz kein Platz vorgesehen; er wurde nachträglich in einen schmalen Frequenzbereich gelegt, den sich alle teilen. Deshalb stehen 1.000 MBit/s im Download regelmäßig 50 im Upload gegenüber, ein Verhältnis von zwanzig zu eins. Für Videotelefonie reicht das, für das Sichern großer Datenmengen in eine Cloud wird es zäh, und es ist der Punkt, an dem Glasfaser den Unterschied macht.
Die geteilte Leitung
Ein Kabelstrang versorgt einen ganzen Straßenzug. Die Bandbreite darauf ist nicht je Haushalt reserviert, sondern wird verteilt, was jeder bekommt, hängt davon ab, wie viele gerade etwas abrufen. Praktisch fällt das zwischen 20 und 23 Uhr auf, wenn ein Anschluss, der nachmittags 900 MBit/s liefert, abends bei 300 liegt.
Das ist kein Defekt und kein Grund zur Reklamation, solange die im Vertrag genannte, normalerweise verfügbare Bandbreite eingehalten wird. Genau dafür steht diese mittlere der drei Zahlen im Vertrag.
Wer Kabel anbietet
Anders als bei DSL gibt es keinen Wettbewerb auf derselben Leitung: In einem Kabelnetz liefert der Betreiber dieses Netzes, sonst niemand. Bundesweit ist das im Wesentlichen Vodafone; daneben stehen regionale Netze wie PYUR und einige Stadtnetze. Wer Kabel will, hat an seiner Adresse also in der Regel genau einen Anbieter zur Wahl, und die Frage verschiebt sich von „welcher“ zu „ob überhaupt“.
Seit Juli 2024 zahlt jeder selbst
Die Abrechnung des Kabelanschlusses über die Nebenkosten ist entfallen; wer Kabelfernsehen behalten will, braucht einen eigenen Vertrag. Für den Interneteil ändert das nichts; er lief ohnehin nie über die Nebenkosten. Was daraus für Mieter folgt, steht im Ratgeberteil des Vergleichs.